Die Laudationes auf die Preisträger 2010
Ein besonderes Highlight bei jeder Preisverleihung sind die Laudationes auf die Preisträger, die jedes Jahr von anderen Jurymitgliedern gehalten werden. Beim Reisejournalismuspreis wurde Karin Steinbach Tarnutzer zur Jurysprecherin gewählt und hielt die Laudatio auf den Gewinner Lorenz Wagner. Freddy Langer wurde beim Fotowettbewerb ausgewählt, um ein Loblied auf den Gewinner Hamish Fulton zu singen. Viel Spaß beim Lesen dieser für sich schon preiswürdigen Reden.
von Karin Steinbach Tarnutzer

Liebe Preisträger, liebe Top-Gelistete, liebe Gäste – als Sprecherin der Berg.Welten.Wort-Jury habe ich die Ehre, Ihnen ein Loblied auf unseren Preisträger Lorenz Wagner und seinen Siegertext zu singen. Und da ich nun einmal zur Sprecherin ernannt wurde, möchte ich die Gelegenheit nützen, auch ein paar ganz persönliche Worte dazu zu sagen, wie es mir mit dem Text von Lorenz Wagner erging. »Der will nur spielen« hieß er – und im ersten Moment dachte ich an einen Hund. Von Volksmusik handelte er – und mein Interessepegel sank in den Keller. Erinnerungen an Familien-Fernsehabende wurden wach, an denen ich fluchtartig das Wohnzimmer verließ, wenn die Titelmelodie des »Musikantenstadls« ertönte. Der dritte Satz jedoch schon sprach mir aus der Seele: »Der Feind ist da.« War Lorenz Wagner also vielleicht doch einer, der mich und meine Aversion gegen die traditionelle Volksmusik verstand?
von Freddy Langer

Hamish Fulton ist Künstler. Ein Künstler, der wandert. „No Walk, no Art“, beschreibt er seine Art zu arbeiten. Jedes seiner Werke ist aus einer Wanderung entstanden; jede Wanderung führt zu einem Werk. Es sind Bilder, in denen Fulton die Erfahrung des stundenlangen, tagelangen, wochenlangen Gehens, die Erfahrung mit der Natur und die Erfahrung mit der Einsamkeit auf das Wesentliche verdichtet. Wie diese Arbeiten aussehen, entscheidet sich unterwegs oft in einem einzigen Augenblick. Ohne zu suchen, findet Fulton seine Motive. Ganz plötzlich. Intuitiv.