Tirol
Kommentare der Jury zur Shortlist 2009
Jedes Jahr gibt es einen Tag im Kalender des Berg.Welten Teams, der dunkelrot angestrichen wird. Die Jurysitzung – der Tag der Entscheidung. Anschließend steht sie/er fest. Die Gewinnerin / der Gewinner von Berg.Welten. Heuer tagten gleich zwei Juryteams, immerhin galt es die Besten der Besten aus dem deutschsprachigen Reisejournalismus UND Das beste Bergfoto des Jahres zu finden. Das ist uns gelungen und wir freuen uns, Ihnen einen kleinen Vorgeschmack auf die Top 5 der jeweiligen Kategorie präsentieren zu dürfen.
Bei Berg.Welten.Wort, dem Reisejournalismuspreis, durfte man sich heuer über einen schönen Erfolg freuen. Mit 106 Teilnehmern und ebenso vielen Einsendungen verzeichnen die Organisatoren so viele Einreichungen wie noch nie in den acht Jahren seit Bestehen der Auszeichnung. Von A wie ADAC-Reisemagazin bis Z wie Zürcher Unterländer, von Men’s Health bis Madame reicht die Liste der Medien, in denen die eingereichten Artikel erschienen sind.

Das Juryteam bestehend aus Erwin Brunner, Horst Christoph, Timm Klotzek, Walter Klier, Karin Steinbach-Tarnutzer, sowie die Vorjurorinnen Irmgard Kirchner und Cornelia Geißler, war sich einig den Beitrag von Ted Callahan „Die Vergessenen“ (GEO) in die Shortlist des diesjährigen Wettbewerbs zu reihen. „In bester Kisch-Manier gelingt es dem Ethnologen Ted Callahan einfach aufzuschreiben, was er einen harten Bergwinter lang ... gesehen, erlebt und empfunden hat“ beschreibt die Jury seinen Beitrag. Mit seinen „(selbst)-ironischen Glanzlichtern“ konnte er ebenso überzeugen wie mit seiner „wissenschaftlichen, aber nie mit trockener Akribie“ verfassten Analyse.

Eine bereits bekannte Dame, die auch letztes Jahr schon in der Shortlist zu finden war, ist auch heuer wieder mit ihrem Artikel unter den besten Fünf vertreten. Die Jury ist begeistert über Evelyn Fingers Artikel „Dreh dich mal um“ (Die Zeit): „Wer hätte gedacht, dass Skifahren auch 100 Jahre nach seiner Erfindung so spannend, spaßig und spleenig sein kann wie am ersten Tag“. Einig ist man sich auch über die Qualität, denn „stilistisch stimmt hier alles“, „gekonnt formuliert“ alles in allem ein „gewinnend eleganter journalistischer Schaulauf“.

„Ein Wurf – eine Berggeschichte, die im wesentlichen in den Niederlanden spielt und von der Sehnsucht nach den Bergen handelt...“ Das ist Melanie Mühls Artikel „Der Bilderberg“ (FAZ). Die „skeptische, bescheidene, unsichere Haltung gegenüber dem, was Welt ist“ hat die Jury beeindruckt. Es gab keinen Zweifel, dass dieser „präzise, einfühlsame und in vollendeter Diskretion geschriebene Text“ zu den Besten gehört.

Auch Roland Schulz mit seinem Beitrag „Die Botschaft der Großen Brüder“ (GEO) schaffte es unter die Top 5. In diesem Fall sprechen die Dame und die Herren der Jury von „einer radikalen Anverwandlung einer uns völlig fremden Welt“. Gelobt wurde auch die Kunst des Autors sich „in das Denken dieser ‚Großen Brüder’ behutsam einzufühlen, er versucht ihre Empfindungen nachzuvollziehen“ ... „dabei bleibt er selbst allerdings im Hintergrund und lässt die Bühne seinen Darstellern“.

Mit dem Artikel „Herrn Makarewitsch Gespür für Eis“ (chrismon) gelingt Andreas Unger „ein einfühlsames Portrait eines Gletscherforschers“. „Auch wenn wir vom Klimawandel schon gelesen haben, hier kommt er trotzdem nicht abgedroschen daher“, im Gegenteil, „ein spannender Text, der Makarewitsch als Figur lebendig werden lässt“. Die Jury ist sich einig, „so engagiert wie stilsicher überhöht Andreas Unger sein Porträt eines russischen Glaziologen zur Parabel über den Zeiten- und Klimawandel“ und macht mit diesem Artikel die Shortlist komplett.
Auch das Juryteam von Berg.Welten.Bild hat getagt um das beste Bergfoto 2009 ausfindig zu machen. Caroline Hechenberger (Werbeleiterin, Tirol Werbung), Jutta Krüger (Artdirektorin, GEO) und Bernd Ritschel (Bergfotograf) hatten die Aufgabe aus den 70 eingereichten Fotos das Beste zu prämieren. Auch wenn der Gewinner erst kurz vor der Preisverleihung Anfang Februar bekannt gegeben wird, lassen wir es uns nicht nehmen, Ihnen schon vorab die besten Fünf vorzustellen.

Moritz Attenberger konnte mit seinem Titelbild zum im GEO Special erschienenen Artikel „Dieser Weg ist die Krönung“ die Jury überzeugen. „Eine schöne und mal andere Perspektive, die zum Wandern einlädt“, meinten die Jurymitglieder. „Jung, modern, eine gewisse Sehnsucht ausstrahlend, was durch die Lichteffekte zusätzlich verstärkt wird.“

Einen wahren Alpinistentraum hat Ralf Gantzhorn mit seinem Bild „Die Sucht nach Feuerland“ eingefangen. „Dieses Bild einer Seilschaft am Fitz Roy in Patagonien weckt Sehnsüchte. Das traumhafte Licht in Kombination mit einer dramatischen Wolkenstimmung, dazu der gewaltige Berg und die Umsetzung über einen ansprechenden Bildaufbau machen das Bild zu etwas Besonderem“, befindet die Jury und reiht es unter die Top 5.

Eine „Eisige Wunderwelt“ zeigt uns Stefan Gruber auf seinem Foto und verschafft sich damit einen Platz unter den besten Fünf. Es zeigt einen kleinen Menschen auf einem großen Gletscher und dennoch strahlt das Bild Faszination aus und nicht Gefahr. „Gekonnt spielt der Fotograf mittels Hochformat mit den Dimensionen des Hochgebirges“ meint die Jury als Begründung für Ihre Entscheidung.

Auch wenn im Foto von Verena und Georg Popp, erschienen im Bildband „New Zealand Journey“, der Berg nur im Hintergrund sichtbar ist, „strahlt diese Bild durch seine individuelle Farbgebung eine interessante schroffe Stimmung aus“. „Eine perfekt gestaltete, kraftvolle Aufnahme“, befindet die Jury und sagt damit alles was es zu sagen gibt.

Angetan waren die Jurymitglieder auch vom Foto „Reto Kestenholz“, aufgenommen vom Schweizer Fotografen Thomas Stöckli. „Hier stimmen alle Faktoren, die ein Bild zu etwas Besonderem machen“, schwärmt die Jury „ein ausdrucksstarkes Motiv, zauberhaftes Spiel von Licht und Schatten, der klare Bildaufbau und zudem die Umsetzung in ein Schwarzweißfoto“.
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